Noch viel Sand im Getriebe beim Thema Kies

Die 8. Deutsch-Niederländische Hochwasserkonferenz in Rees machte eindrucksvoll deutlich, dass wirksamer Hochwasserschutz nur gemeinsam gelingen kann. Überflutungen kennen keine Landesgrenzen, und deshalb ist eine einseitige Betrachtung nicht nur unzureichend, sondern potenziell gefährlich. Maßnahmen, die auf deutscher Seite Wirkung zeigen, dürfen keine negativen Folgen für niederländische Unterlieger haben. Nordrhein-Westfalen trägt hier eine besondere Verantwortung, denn Oberlieger schützen Unterlieger und dieser Grundsatz verpflichtet beide Seiten, bei allen Entscheidungen Rücksicht zu nehmen.

Im Laufe der Konferenz wurde immer wieder betont, dass die Risiken durch Hochwasser aufgrund der fortschreitenden Klimakrise weiter zunehmen werden. Wasser fließt einfach, und deshalb kann wirkungsvoller Hochwasserschutz nur über Grenzen hinweg gedacht werden. Die Niederlande und Deutschland teilen nicht nur den Rhein, sondern auch das wunderbare gemeinsame Flachland, das Mensch, Tier und Natur beiderseits prägt. Die daraus entstehende Verantwortung brachte Jaap Slootmaker, Directeur Generaal Directoraat-generaal Water en Bodem, Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, NL, prägnant zum Ausdruck: „Wir teilen uns den Fluss, wir teilen uns die Risiken und so teilen wir uns auch die Verantwortung.“

Die Konferenz gab vielfältige Einblicke in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Vorgestellt wurden unter anderem die aktuellen Aufgaben, bisherigen Erfolge und zukünftigen Herausforderungen der Deutsch-Niederländischen Arbeitsgruppe Hochwasserschutz am Rhein. Darüber hinaus diskutierten Fachleute, politische Vertreter*innen und Projektpartner im Rahmen eines Podiumsgesprächs darüber, was bislang erreicht wurde und welche Schritte noch vor uns liegen. Zu den Rednern gehörten unter anderem Sebastian Hense, Bürgermeister der Stadt Rees, Oliver Krischer, NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, sowie Jaap Slootmaker. 

Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zur Fortsetzung der Zusammenarbeit im nachhaltigen Hochwasserschutz im deutsch-niederländischen Grenzgebiet für die Jahre 2025 bis 2030. Damit bekräftigen beide Länder ihren Willen, weiterhin eng zusammenzuarbeiten, Wissen zu teilen und Maßnahmen so abzustimmen, dass sie den gesamten Rheinverlauf schützen. 

Für die Grüne Kreistagsfraktion nahm unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Celina Mara Damschen an der Konferenz teil. Sie unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Handelns: „Hochwasserschutz endet nicht an der Landesgrenze. Die enge Abstimmung mit unseren niederländischen Partnern zeigt, wie wichtig gemeinsames Wissen, abgestimmte Strategien und ein Verständnis für die Auswirkungen auf beiden Seiten des Rheins sind. Nur wenn wir grenzüberschreitend denken und handeln, schaffen wir echte Sicherheit für die Menschen entlang des Flusses.“ 

Die Konferenz machte deutlich, dass Deutschland und die Niederlande im wahrsten Sinne des Wortes im selben Boot sitzen. Die geteilten Erkenntnisse, die vertiefte Kooperation und die gemeinsame Erklärung sind ein starkes Signal dafür, dass nachhaltiger Hochwasserschutz nur als Gemeinschaftsaufgabe funktioniert.