Noch viel Sand im Getriebe beim Thema Kies

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Nordrhein-Westfalen weiter aus und macht auch vor dem Kreis Wesel nicht halt. Was zunächst wie ein spezielles Naturschutzthema klingt, betrifft viele Bereiche unseres täglichen Lebens: Unsere Bienen, unsere Landwirtschaft, unsere Artenvielfalt und damit auch die Bestäubungsleistung, auf die Natur und Ernährung angewiesen sind.

Die aus Südostasien stammende Hornissenart wurde vor rund 20 Jahren erstmals in Europa nachgewiesen und hat sich seitdem über Frankreich, Belgien und die Niederlande bis an den Niederrhein ausgebreitet. Sie ist etwas kleiner als die heimische Hornisse und vor allem an ihrem dunklen Körper, der schmalen gelben Binde und den auffällig gelben Beinen zu erkennen.

Problematisch ist sie vor allem für Honigbienen, Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten. Die Asiatische Hornisse lauert häufig vor Bienenstöcken, fängt Bienen im Flug und kann Bienenvölker dadurch erheblich schwächen. Für Imkerinnen und Imker bedeutet das eine enorme zusätzliche Belastung.

Die Entwicklung in NRW zeigt, wie dynamisch sich die Art ausbreitet. Während 2023 noch 90 Kolonien dokumentiert wurden, stieg die Zahl 2024 bereits auf 1.541 verifizierte Meldungen und 487 nachgewiesene Nester. Auch das Landesportal zur Erfassung invasiver Arten zeigt, dass insbesondere der Niederrhein und die linksrheinischen Gebiete stark betroffen sind. Der Kreis Wesel liegt damit geografisch in einer besonders herausfordernden Lage.

Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse bundesweit als etabliert. Damit entfällt die frühere behördliche Pflicht, jedes Nest zu beseitigen. Umso wichtiger sind nun klare Strukturen, gute Koordination und die Unterstützung derjenigen, die vor Ort Verantwortung übernehmen.

Der Kreis Wesel hat hierfür wichtige Schritte auf den Weg gebracht. In seiner Sitzung vom 18. Dezember 2025 hat der Kreistag 20.000 Euro für die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse bereitgestellt. Mit den Mitteln werden unter anderem Schutzausrüstung und Spezialtechnik für ehrenamtliche Imker-Einsatzteams beschafft. Dazu gehört auch ein modernes Lanzensystem, mit dem Nester gezielt und fachgerecht behandelt werden können.

„Die Asiatische Hornisse ist längst kein Randthema mehr. Sie bedroht Bienenvölker, Artenvielfalt und damit auch wichtige Grundlagen unserer Landwirtschaft. Deshalb ist es richtig, dass der Kreis Wesel nicht nur beobachtet, sondern handelt“, erklärt Hubert Kück, Vorsitzender der grünen Kreistagsfraktion.

Ein wichtiger Baustein ist außerdem das digitale Meldeportal des Kreises. Bürgerinnen und Bürger können dort Neststandorte adressenscharf melden, Fotos hochladen und den Bearbeitungsstatus ihrer Meldung nachverfolgen. Das erleichtert die Koordination und ermöglicht eine gezielte Bearbeitung gemeldeter Nester.

Besonders stark ist das Konzept durch seine räumliche Struktur. Der Kreisimkerverband Wesel hat je zwei Einsatzteams rechts- und linksrheinisch aufgestellt. Damit ist das gesamte Kreisgebiet abgedeckt. Die Teams arbeiten eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen, von der Prüfung einer Meldung bis zur fachgerechten Entfernung eines Nestes.

Deutlich wird dabei auch, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Kreisimkerverband, Imkerinnen und Imkern sowie Kreisverwaltung funktioniert. Verwaltungsvorstand Helmut Czichy lobt die Einsatzbereitschaft der Imkerinnen und Imker ausdrücklich und bezeichnete die Zusammenarbeit als beispielhaft. Gerade angesichts der dynamischen Ausbreitung der Asiatischen Hornisse sei es wichtig, dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt werde und alle Beteiligten abgestimmt handeln.

„Die Zusammenarbeit zwischen Kreisimkerverband, Imkerinnen und Imkern und Kreisverwaltung ist wirklich beispielhaft. Die Einsatzbereitschaft der Imkerinnen und Imker verdient großen Respekt. Dieses hervorragende Engagement zeigt, wie viel möglich ist, wenn Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird“, so Helmut Czichy, Verwaltungsvorstand des Kreises Wesel.

Die Unterstützung im Kreis Wesel ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Gleichzeitig muss das Thema weiter aufmerksam begleitet werden. Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse braucht verlässliche Strukturen, gute Ausstattung, ein funktionierendes Meldenetz und öffentliche Rückendeckung für die vielen Engagierten vor Ort.

Wer ein Nest entdeckt, sollte dieses über das Meldeportal des Kreises melden, aber niemals selbst entfernen. Größere Nester können mehrere tausend Tiere beherbergen und werden bei Störungen aggressiv verteidigt. Die fachgerechte Entfernung gehört daher ausschließlich in geschulte Hände.

Meldeportal des Kreises Wesel:
https://beteiligung.nrw.de/portal/kw/beteiligung/themen/1024580⁠

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