
Mit dem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum Kreishaushalt 2026 setzen die drei Fraktionen klare Schwerpunkte für die finanzielle und strukturelle Entwicklung des Kreises Wesel. Ziel ist es, die Belastung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden so weit wie möglich zu begrenzen und zugleich die Handlungsfähigkeit des Kreises dauerhaft zu sichern.
Für 2026 soll die Kreisumlage auf 36,4 Prozent festgesetzt werden. Gleichzeitig soll ein globaler Minderaufwand von 10,3 Millionen Euro berücksichtigt und die Ausgleichsrücklage zur weiteren Entlastung der Kommunen eingesetzt werden. Auch das Personalbudget wird auf 121,7 Millionen Euro begrenzt.
„Haushaltspolitik ist für uns immer auch Zukunftspolitik. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten müssen wir besonders verantwortungsvoll entscheiden und dabei den gesamten Kreis im Blick behalten. Die Städte und Gemeinden gestalten vor Ort die Lebensrealität der Menschen. Deshalb dürfen wir sie nicht stärker belasten als unbedingt notwendig und müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass auch der Kreis seine Aufgaben verlässlich erfüllen kann“, erklärt Hubert Kück, Vorsitzender der GRÜNEN Kreistagsfraktion Wesel.
Ein wichtiger Bestandteil des Antrags ist außerdem die weitere Förderung von Verbänden und Vereinen. Die bisher unterstützten Maßnahmen und Aufgaben sollen 2026 mit insgesamt rund 3,95 Millionen Euro fortgeführt werden. Damit sollen wichtige Strukturen in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Kultur, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Sport auch in finanziell schwierigen Zeiten erhalten bleiben.
Neben den Entscheidungen für das laufende Haushaltsjahr richtet der gemeinsame Antrag den Blick bewusst auf die kommenden Jahre. Ab 2027 soll der Kreis Wesel das Instrument eines freiwilligen Haushaltssicherungskonzeptes nutzen. Damit sollen finanzielle Entwicklungen früher erkannt, notwendige Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet und die Haushaltssteuerung langfristig verlässlicher gestaltet werden.
Gleichzeitig soll die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie der anstehende Generationenwechsel innerhalb der Kreisverwaltung genutzt werden kann. Vorgesehen ist, bis zum Stellenplan 2032 insgesamt 25 Prozent der altersbedingt freiwerdenden Stellen nicht wieder zu besetzen. Dabei muss jedoch sichergestellt werden, dass die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und die zuverlässige Erfüllung ihrer Aufgaben erhalten bleiben.
„Für uns bedeutet Konsolidierung nicht, pauschal Leistungen zu kürzen oder bewährte Strukturen abzubauen. Wir müssen vielmehr frühzeitig schauen, wo wir Prozesse verändern, Aufgaben effizienter organisieren, Digitalisierung stärker nutzen und Zusammenarbeit ausbauen können. So können wir finanzielle Verantwortung übernehmen und gleichzeitig die Qualität der Leistungen für die Menschen im Kreis Wesel sichern“, sagt Celina Mara Damschen, stellvertretende Vorsitzende der GRÜNEN Kreistagsfraktion Wesel.
Auch die interkommunale Zusammenarbeit soll stärker in den Mittelpunkt rücken. Gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern soll geprüft werden, in welchen Bereichen Aufgaben künftig stärker gemeinsam wahrgenommen werden können. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen und Doppelstrukturen dort zu vermeiden, wo gemeinsame Lösungen sinnvoll sind.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Entwicklung eines Sozialpakts für den Kreis Wesel. Dieser soll über die bisherige jährliche Förderung hinaus mehr Planungssicherheit für Wohlfahrtsverbände und weitere Einrichtungen schaffen und die notwendige soziale, gesundheitliche, kulturelle und gesellschaftliche Infrastruktur dauerhaft absichern. Dabei soll zugleich der bestehende Konsolidierungsbedarf des Kreises berücksichtigt werden.
Mit dem gemeinsamen Haushaltsantrag verbinden die drei Fraktionen das Ziel, die finanzielle Belastung der Kommunen so weit wie möglich zu begrenzen und gleichzeitig notwendige langfristige strukturelle Veränderungen anzustoßen. Ziel bleibt ein handlungsfähiger Kreis Wesel mit verlässlichen Strukturen, klaren Prioritäten und einer Haushaltspolitik, die finanzielle Verantwortung mit dem Anspruch verbindet, den Kreis und seine Städte und Gemeinden zukunftsfähig aufzustellen.
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