Wie aus wenigen geometrischen Elementen eindrucksvolle Kunstwerke entstehen können, zeigt H. H. Zimmermann mit seiner Ausstellung „Das konkrete Konzept“ im LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Die Ausstellung eröffnet spannende Einblicke in sein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen und macht deutlich, wie vielfältig das Zusammenspiel von Formen, Farben und räumlicher Wirkung sein kann.

Als Vertreter der Konkreten Kunst konzentriert sich Zimmermann in seinen Arbeiten auf geometrische Formen und bewusst aufeinander abgestimmte Farben. Quadrate, rechteckige Flächen und klare Strukturen bilden die Grundlage vieler seiner Werke. Dabei geht es nicht darum, Gegenstände oder Motive aus der Wirklichkeit abzubilden. Vielmehr stehen die Formen und Farben selbst im Mittelpunkt und entfalten durch ihre Anordnung eine ganz eigene Ausdruckskraft.

Gerade diese besondere Herangehensweise macht die Ausstellung so sehenswert. Die Werke wirken auf den ersten Blick häufig zurückhaltend, entwickeln bei genauerer Betrachtung jedoch eine überraschende Vielfalt. Auch Hubert Kück, Vorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion Wesel, zeigt sich von der künstlerischen Gestaltung beeindruckt. „H. H. Zimmermann zeigt auf faszinierende Weise, dass Kunst nicht immer gegenständlich sein muss, um etwas in uns auszulösen. Seine Werke leben von klaren Strukturen und einer besonderen Präzision, die zugleich unglaublich viel Raum für eigene Eindrücke lässt. Genau diese Vielfalt macht Kunst für mich so wertvoll.“

Über viele Jahrzehnte hat Zimmermann seine künstlerische Ausdrucksweise konsequent weiterentwickelt. Die bewusste Reduktion auf einzelne Gestaltungselemente lässt dabei viel Raum für unterschiedliche Wahrnehmungen. Hinter den scheinbar einfachen Kompositionen stehen präzise geometrische Überlegungen, die durch die Anordnung von Formen und Farben eine besondere künstlerische Wirkung entfalten. So entstehen Werke, die trotz ihrer klaren Ordnung immer wieder neue Entdeckungen ermöglichen.

Wie eng dabei Mathematik und Kunst miteinander verbunden sind, zeigt sich insbesondere am Werk „Das perfekte Quadrat“. Grundlage ist die mathematische Herausforderung, eine quadratische Fläche vollständig in kleinere Quadrate unterschiedlicher Größe aufzuteilen. Aus dieser klaren geometrischen Struktur entsteht ein Kunstwerk, das mathematische Zusammenhänge auf besondere Weise sichtbar macht. Für Celina Mara Damschen, stellvertretende Vorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion Wesel, liegt darin ein besonderer Reiz der Arbeiten. „Mich fasziniert, wie H. H. Zimmermann mathematische Zusammenhänge durch seine Kunst greifbar macht. Gerade das ‚perfekte Quadrat‘ zeigt, wie aus einer zunächst rein mathematischen Überlegung etwas künstlerisch Ausdrucksstarkes entstehen kann. Was sonst eher abstrakt erscheint, wird durch Formen, Farben und ihre Anordnung sichtbar und erlebbar. Für mich ist das ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich Mathematik und Kreativität gegenseitig bereichern können.“

Mit „Das konkrete Konzept“ bietet das LVR-Niederrheinmuseum Wesel die Gelegenheit, eine besondere künstlerische Ausdrucksform näher kennenzulernen. Gleichzeitig unterstreicht die Ausstellung die Bedeutung vielfältiger kultureller Angebote, die unterschiedliche Perspektiven eröffnen, zum Austausch anregen und Kunst für die Menschen im Kreis Wesel erlebbar machen.